ab Okt 2019: CONTEST

Ausführung und Urteil. – Zwei Prozesse – Einer im Kopf, einer real. – Oder ist es etwa umgekehrt?

Der Mythos des Pan – der die einfache Flöte spielt, in dionysischer Freiheit im Wald lebt – und des Apoll – dem virtuosen Lyraspieler – prägt bis heute unsere Kultur. – Modernes Wettbewerbdenken von Wirtschaft bis Unterhaltung zelebriert den Mythos.

Denken und Urteilen liegen physisch nah beieinander. Uns Menschen ist mehr möglich: Koexistenzen zulassen, abwägen, erstmal abwarten, bis wir uns entscheiden – dahinter stehen Ängste: Verunsicherung, Abenteuerlust, Existentielles. Welche emotionalen Achterbahnen damit verbunden sind, zeigen wir in CONTEST.

Videokunst entsteht bei einer öffentlichen Performance:

Anfang Oktober ´19 | Öffentliche Live – Musik Performance in der Innenstadt in Esslingen am Neckar. Einzelne Passanten begeben sich in einen geschlossenen Raum. Urteile über die Ausführenden werden gefällt:

Wir wollen sehen, wie ihr auf die großen roten Knöpfe drückt – yeah wie im Fernsehen! Kommt raus aus eurem Alltag – ihr dürft wie Heidi oder Dieter sein!

Recht sinnlich und emotional werden Publikum und Darsteller eingebunden in einen Prozess über Sieg und Niederlage. Was passiert im Kopf, bis dass man abdrückt? Ist dieser Prozess für die Außenwelt sichtbar?

Premiere 19. Okt ´19 Esslingen bei Stuttgart | Diese Szenen werden von unserem Kameramann zum Teil des Stücks gebaut.

Bildebene als Teil der Szene

Zwei Bildschirme, gegenüber, darum zwei Tänzerinnen und drei Musiker.

Neben der öffentlichen Performance werden in das Stück andere Wettbewebsszenen zum Wechselspiel mit den Darstellern: Verunsicherte Börsianer und fluffige Elektronik, Pferderennen & endlose getanzte Ruhe, intelligente Roboter, die sich vom Subbass nicht beeindrucken lassen. Ein gemütliches Sofa, dessen innere Unruhe unerträglich wird, flimmernde Farben und das Motto des Stücks: Ein Flöten – Ton.

Gegensätze, die verunsichern. – Was ist richtig, was falsch? So absurd wird dass Urteilen, dass man es einfach nicht mehr mag. Und schließlich Lösungen wie: Egal wie fortgeschritten die künstliche Intelligenz, wie stark der Gegner, wie übermächtig das andere Team ist: Was jeder braucht ist eine funktionierende Gemeinschaft, und die Möglichkeit zum Rückzug.

Musik und Tanz 

Alle Drei Orangen verbindet die Improvisation. Musiker und Tänzer teilen Improvisationstraditionen aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Ansonsten werden zeitgenössische Musik, freie Improvisationsmusik, tänzerische contakt – Improvisation und andere Stile vermengt.

Handlungsanweisungen, die einer dramaturgischen Leitlinie folgen, ergeben das Stück.

Hierarchien zwischen den Disziplinen sind außer Kraft. Alle Performer folgen dem Thema, in jedem Klang ist eine Bewegung wahrnehmbar und umgekehrt.

Im Gegensatz zum Film sind live Musik und Tanz nicht reproduzierbar. So entwickelt sich die Wechselwirkung an jedem Spielort weiter. – In echter Gemeinschaft mit dem Publikum.

Durch eine Kooperation mit örtlichen Tanzschulen können in der Schlussszene Workshopteilnehmer den Ausgang des Werks jeweils mitgestalten.

Performer

Video – collage, Schnitt, live – bearbeitung: Jakob Schmid

Tanz: Sawako Nunotani, NN

Musik & Performance: Oliver Prechtl piano & elektronik, Daniela Petry kontrabass, Daniel Kartmann schlagwerk

Bühne

In der Mitte der Fläche entsteht ein begehbarer Raum (z.B. aus Holz), an dessen Außenwänden gegenüber zwei Bildschirme angebracht sind. In einem inneren Kreis darum agieren die Performer, darum in einem äußeren Kreis ist das Publikum platziert.

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